USA, China und Japan sorgen für eine Erholung im Luxus-Werbemarkt

Dirk Lux, CEO Zenith

Dirk Lux, CEO Zenith

Laut den von Zenith heute veröffentlichten Luxury Advertising Expenditure Forecasts werden die Werbeausgaben für Luxusartikel nach einem Rückgang um 0,5 Prozent im Jahr 2016 sich 2017 wieder erholen und um 2,9 Prozent steigen. Der Luxus-Werbemarkt wird auch 2018 mit einem Wachstum von 3,9 Prozent weiter zulegen. Angeführt wird diese Erholung im Luxus-Werbesegment von den USA, China und Japan, auf die allein rund 80 Prozent des gesamten Wachstums bei den Werbeausgaben für Luxusartikel bis 2018 entfallen werden.

Dies ist die dritte Ausgabe der einmal jährlich erscheinenden Luxury Advertising Expenditure Forecasts, die den Werbemarkt im Luxussegment in 23 wichtigen Luxusmärkten untersuchen.* Wie die bereits etablierten Advertising Expenditure Forecasts von Zenith bieten sie ebenfalls einen Überblick über die vergangenen und prognostizierten Werbeausgaben in den einzelnen Werbemedien. Allerdings liegt der Schwerpunkt hier vor allem auf Luxuswerbung mit den Unterkategorien Luxus-Automobile, Parfums und Schönheit, Mode und Accessoires, Uhren und Schmuck.

Weltweite Ausgaben für Luxusgüter steigen wieder

2016 stagnierten die Verbraucherausgaben für Luxusartikel laut der von Bain & Company durchgeführten Luxury Goods Worldwide Market Study, Herbst-Winter 2016. Es war somit das erste Jahr ohne Zuwächse seit 2009 und verantwortlich dafür waren vor allem die stark gefallenen Ausgaben der Touristen: Nach den Terrorangriffen in Europa brachen die Touristenzahlen ein und auch die Pro-Kopf-Ausgaben der Touristen gingen zurück – insbesondere bei chinesischen Touristen. Das führte zu einem Rückgang der Luxus-Werbeausgaben um 0,5 Prozent im Jahr 2016.

Die Erholung des Luxus-Werbemarkts 2017 und 2018 wird nach Regionen vor allem von Osteuropa (das pro Jahr durchschnittlich um 10 Prozent wächst), Lateinamerika (5 Prozent Wachstum pro Jahr), Nordamerika sowie dem Asien-Pazifik-Raum (mit jeweils 4 Prozent Wachstum p.a.) getragen. Im Nahen Osten und in Nordafrika werden hingegen angesichts der nach wie vor anhaltenden politischen Turbulenzen und der niedrigen Ölpreise die Werbeausgaben weiter zurückgehen – und zwar jährlich durchschnittlich um 6 Prozent.

Der Luxus-Werbemarkt wächst langsamer als der Werbemarkt insgesamt. In unseren 23 wichtigsten Märkten wuchs das Luxussegment zwischen 2013 und 2016 um jährlich 0,7 Prozent, der Werbemarkt insgesamt aber jährlich um 4,8 Prozent. Auch wenn wir zwischen 2016 und 2018 ein stärkeres Wachstum des Luxussegments mit bis zu 3,4 Prozent erwarten, fällt das Wachstum dennoch immer noch schwächer aus als für den Werbemarkt insgesamt, der in diesem Zeitraum quer über alle Kategorien jährlich um 4,4 Prozent zulegt.

Erschwinglicher Luxus treibt das Wachstum

Wir können die Werbung für Luxusartikel in zwei Kategorien unterteilen: Premium-Luxus (Uhren und Schmuck, Mode und Accessoires) und erschwinglicher Luxus für die breite Masse (Kosmetik und Parfums). Auch wenn die Marken der Premium-Luxuskategorie absoluten Kultstatus genießen, so entfielen doch 74 Prozent der Luxus-Werbeausgaben 2016 auf die breitentaugliche Luxuskategorie, die im gleichen Jahr um 0,7 Prozent zulegte, während die Werbeausgaben für die High-Luxury-Kategorie um 3,9 Prozent zurückgingen. Wir erwarten, dass der Großteil der Zuwächse im Luxus-Werbesegment bis 2018 auf die Broad-Luxury-Kategorie entfallen wird: Wir prognostizieren hier ein Wachstum von 3,7 Prozent in 2017 und von 4,6 Prozent in 2018, während das Wachstum für Werbeausgaben im High-Luxury-Segment 2017 0,8 Prozent und 2018 1,6 Prozent betragen wird.

Das Internet wird zum größten Werbemdium im Luxussegment

Das Internet wird die Printmedien 2018 überholen und damit zum größten Werbemedium im Luxussegment aufsteigen
Print war mit 32,7 Prozent aller Werbeausgaben 2016 das wichtigste Medium im Luxus-Werbemarkt. Im gleichen Zeitraum verzeichneten das Fernsehen einen Anteil von 31,3 Prozent und die Internetwerbung einen Anteil von 25,8 Prozent. Diese Verteilung wird sich langsam verändern.  Zwischen 2016 und 2018 werden 87 Prozent der neuen, zusätzlichen Werbeausgaben im Luxussegment auf Internetwerbung entfallen. Wir prognostizieren ebenfalls, dass im Jahr 2018 das Internet mit 30,6 Prozent der Werbeausgaben das größte Werbemedium im Luxussegment sein wird und das Fernsehen mit 29,9 Prozent und die Printmedien mit 29,7 Prozent überholt haben wird. Dennoch werden die Printmedien für den Luxus-Werbemarkt wesentlich wichtiger bleiben als für den Werbemarkt insgesamt: Über alle Kategorien gesehen, werden die Werbeausgaben in den Printmedien von 16,7 Prozent im Jahr 2016 auf 13,8 Prozent im Jahr 2018 fallen.

Der große Anstieg der Internetwerbung ist größtenteils auf die Werbetreibenden im Broad-Luxury-Segment zurückzuführen, während die Werbung für das oberste Luxussegment nach wie vor hauptsächlich über die Printmedien erfolgt, und daran wird sich auch in der absehbaren Zukunft nichts ändern. 2016 entfielen 73 Prozent aller Werbeausgaben im Premium-Luxussegment auf die Printmedien und für 2018 sehen wir diese bei 70 Prozent.

Deutscher Luxuswerbemarkt wächst um 1,8 Prozent jährlich

In Deutschland ist der Absatz von Luxusgütern im Jahr 2016 dank niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Konsumbereitschaft in der Bevölkerung um 3 Prozent angestiegen. Entsprechend ist auch der Werbemarkt für Luxusgüter nach einem Einbruch von 7,8 Prozent im Jahr 2015 im vergangenen Jahr wieder um 2,4 Prozent gewachsen.
„Für 2017 und 2018 prognostizieren wir ein Wachstum um weitere 1,8 Prozent jährlich“, so Dirk Lux, CEO Zenith. „Den Shift der Werbeinvestitionen Richtung Online und Social sehen wir in Deutschland ebenfalls. Luxuszielgruppen erwarten für sie relevante Markengeschichten und persönlich erfahrbare Luxuserlebnisse. Beides lässt sich in adressierbaren digitalen Kanälen besser umsetzen als in Print. Wir sehen deshalb einen Anstieg des digitalen Anteils an den Werbeinvestitionen im Luxussegment von 24,5 Prozent in 2016 auf 27,4 Prozent in 2018, während die Print-Gattungen verlieren.“**

*Die 23 Märkte sind Australien, Brasilien, China, Kolumbien, Frankreich, Deutschland, Hongkong, Italien, Japan, Malaysia, Mexiko, Niederlande, Peru, Russland, Singapur, Südafrika, Südkorea, Spanien, Taiwan, die Arabischen Emirate, Großbritannien und die USA.

**Der Anteil der Zeitschriften sinkt von 25,4 Prozent (2016) auf 23,2 Prozent (2018). Der Anteil der Zeitungen von 13,3 Prozent auf 12,2 Prozent. Der Anteil der Fernsehwerbung im Luxussegment steigt von 29,7 Prozent auf 30,2 Prozent.

Daten

Veröffentlichungen

„Markenartikel“ vom 18. April 2017: Werbeausgaben für Luxusartikel steigen, Online profitiert

 

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